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Verteiler: Redaktion Weser-Kurier / Bremer Nachrichten; nachrichtlich: BI-Unterstützer/innen und verkehrspolitisch
interessierte Multiplikator/innen (Beiräte)
Sehr geehrte Damen und Herren,
zu den heutigen Berichten über die
„Ärgernis-Ampeln“ am Concordia-Tunnel sende ich Ihnen folgende Zeilen als
Leserzuschrift:
Ampeln sind nicht
das Ärgernis
„Die Empfehlung von Bernd Meier, den
Concordia-Tunnel generell für Lkw zu sperren, ist zu begrüßen. Eine
vernunftgeleitete, umwelt- und menschengerechte Stadtentwicklung orientiert
darauf, Lkw-Verkehre aus Innenstädten herauszuhalten. Etliche Beschlüsse der
zuständigen Ortsbeiräte liegen dazu vor, auch die Bremische Bürgerschaft hat das
mit der Drucksache 16/241 S am 9. November 2004 über alle Fraktionsgrenzen
hinweg einstimmig beschlossen – und für die Zeit nach der Fertigstellung des
Tunnelumbaus vom Senat ein entsprechendes Konzept (Nachtfahrverbot,
Tonnagebegrenzung etc.) gefordert. Diese (in Kopie beigefügte)
Beschlusslage wurde bereits im Folgejahr 2005 durch das Aufstellen eines
Schildes an der BAB-Abfahrt Vahr konterkariert, mit dem seit dieser Zeit der
Lkw-Verkehr sogar ausdrücklich „eingeladen“ wird, die Abfahrt Vahr zur Fahrt ins
Zentrum Bremens zu nutzen – über die Richard Boljahn- und Kurfürstenallee, die
bekanntlich in die Schwachhauser Heerstraße mündet. Dass diese Einladung gern
angenommen wird, belegen die täglichen Lkw-Durchfahrten, von denen nur einige
wenige bisher durch „Steckenbleiben“ im Tunnel unterbrochen worden sind. Wenn
der Tunnel künftig 4,50 m Durchfahrhöhe haben wird, dann gilt noch mehr als
bisher „freie Fahrt für (Schwer-)Lastverkehr“ durch Bremens Innenstadt und damit
das Gegenteil dessen, was die Bürgerschaft beschlossen hat. Darin liegt das
eigentliche Ärgernis – und nicht in zwei harmlosen Ampeln, die nur ihre
„Pflicht“ tun bzw. Funktion erfüllen. Bremer Bürgerinnen und Bürger müssen
sich (auch vor diesem Hintergrund) fragen, welchen Wert „legislative“
Bürgerschaftsbeschlüsse haben, wenn ausführende bremische Behörden
offensichtlich anderes wollen und dementsprechend „exekutieren“. Die Frage nach
dem Selbstverständnis der „gesetzgebenden Gewalt“ von Politikerinnen und
Politiker könnte daran ebenso angeschlossen werden, wie die berühmte Frage, von
welchem Teil des Volkes die Staatsgewalt (wirklich) ausgeht? Das Volk von
Wählerinnen und Wählern wird bei den nächsten Wahlen Antworten darauf suchen und
sicher auch finden.“
Mit der Bitte um Abdruck dieses
Leserbriefes und mit freundlichen Grüßen
Günter Knebel, BI-Sprecher „Keine
Stadtautobahn durch Bremen!“ www.keine-stadtautobahn.de
Zum Bürgerschaftsbeschluss vom 09.11.2004
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