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Weser - Kurier / Bremer Nachrichten, 2. Oktober 2008
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Und ständig dieser Krach Von Maik Maerten
BREMEN. Startende Flugzeuge, vorbeifahrende Güterzüge, Straßenbahn- und Autoverkehr: Ganz vor Lärm schützen kann sich in Bremen niemand. An einigen Orten geht es aber zu weit mit der Lautstärke. Das zumindest meint das "Bremer Bündnis gegen Lärm". Die Aktionsgemeinschaft erarbeitete daher ein sogenanntes Weißbuch, in dem die Probleme genannt und Forderungen zur Verbesserung des Lärmschutzes in Bremen gemacht werden. Gestern nahm Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) das Werk in Empfang. Anlass für den Protest ist ein von der Bremer Verwaltung erarbeiteter Aktionsplan zur Umsetzung einer Lärmschutzrichtlinie der EU. Der Bremer Aktionsplan stößt auf harte Kritik beim Bündnis gegen Lärm. Dort engagieren sich verschiedene Interessen- gruppen aus Bremer Stadtteilen, die mit ganz konkreten Lärmproblemen zu kämpfen haben: nächtliche Güterzüge in Schwachhausen oder häufige Ausnahme- genehmigungen für nächtlichen Flugverkehr. Die im Aktionsplan vorgestellten Befunde und Vorschläge seien mangelhaft, so die Aktionsgemeinschaft. Größter Kritikpunkt sind die zu Grunde liegenden Schwellenwerte für eine schädigende Lärmbelastung. Die Stadt geht in ihren Planungen davon aus, "dass eine Gesundheitsgefährdung bei 70 dB(A) am Tage und 60 dB(A) in der Nacht beginnt". Das entspricht etwa der Lautstärke eines Staubsaugers für die Tagstunden oder einer Unterhaltung für die Nacht. Tatsächlich seien schädliche Effekte aber bereits bei dauerhaften Lautstärken von 60 dB(A) tagsüber und 55 dB(A) nachts zu erkennen, erklärte das Bündnis gegen Lärm.
Die Kosten des Lärms
Welche Folgen aus einer übermäßigen Lärmbelastung entstehen, werde aus neueren wissenschaftlichen Studien deutlich: Fälle von Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen seien in entsprechenden Gebieten etwa um die Hälfte häufiger anzutreffen, wird in dem Weißbuch betont. Dies verursache erhebliche Kosten durch Medikamente und ärztliche Behandlungen. Wesentlich günstiger sei der eigene Vorschlag, für 250 000 Euro eine Fallstudie zur Lärmbelästigung erstellen zu lassen. Dies soll sicherstellen, dass Lärmquellen auch nicht nur gesondert, sondern auch in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Auch dies sei im Aktionsplan der Verwaltung bisher nicht der Fall, so dass durch eine Mehrfachbelastung betroffene Orte unter den Tisch fielen. Die Abordnung des Bündnisses gegen Lärm bekräftigte bei der Übergabe ihres Protestschreibens die Hoffnung, dass die Abgeordneten der Bürgerschaft sich noch einmal mit dem Thema auseinanderzusetzen. In dem aktuellen Aktionsplan seien die Vorgaben der EU nicht erfüllt. Die bereits 2002 in Kraft getretene EU-Lärmrichtlinie zielt auf die Verminderung der Belastung von Umgebungslärm insbesondere in Ballungsräumen ab. Neben der Messung und Kartierung der Lärmpegel fordert die Richtlinie auch zur Erstellung von Aktionsplänen zur Lärmminderung unter Beteiligung der Öffentlichkeit auf. Bürgerschaftspräsident Christian Weber zeigte sich erfreut über das Engagement der Bürgerinitiative und versprach, die Forderungen dem Parlament vorzulegen.
Der Aktionsplan der Stadt im Internet: www.umwelt.bremen.de
BI-Ergänzung zwecks rascheren Zugangs zum Herunterladen: Aktionsplan
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